Fragen zum Gesamtprojekt Salina Raurica

Hier finden Sie die Antworten auf einige allgemeine Fragen zur Entwicklung von Salina Raurica.

Bei Salina Raurica handelt es sich um eine grosse, zusammenhängende, noch weitgehend unbebaute Fläche im Kanton Basel-Landschaft. Diese Landreserve bietet sich als Entwicklungsgebiet an, in der sich für die Wirtschaft sowie die Einwohnerinnen und Einwohner neue, spannende Möglichkeiten bieten werden.

Das Gebiet von Salina Raurica liegt auf dem Grund und Boden der Gemeinden Pratteln und Augst. Sie legen in ihren Zonenplänen fest, welche Nutzung sie für verschiedene Flächen vorsehen. Es ist auch ihre Aufgabe, die örtlichen Strassennetzpläne für die Verkehrserschliessung im Innern des Areals zu erarbeiten. Diese Arbeiten erfolgen abgestimmt auf den kantonalen Spezialrichtplan Salina Raurica. Die kantonalen Behörden stellen über eine Kantonsstrasse und den öffentlichen Verkehr die Verkehrsanbindung mit dem Umfeld sicher. Gemeinden und Kanton arbeiten in der Entwicklung von Salina Raurica Hand in Hand.

Entwicklungsplanungen brauchen grundsätzlich viel Zeit und müssen vorgeschriebene Verfahren durchlaufen. Für Salina Raurica kommt hinzu, dass die Arealentwicklung aus unterschiedlichen Teilprojekten besteht, für die unterschiedliche Akteure zuständig sind (Gemeinde Pratteln, Gemeinde Augst, Kanton Basel-Landschaft). Die Bevölkerung, die Grundeigentümerinnen und -eigentümer, die ortsansässigen Unternehmen und weitere Beteiligte wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) oder die öffentlichen Verkehrsbetriebe gilt es als weitere Beteiligten einzubeziehen. Die Teilprojekte sind aufeinander abgestimmt, müssen aber trotzdem jedes für sich alleine vorangetrieben werden.

Im westlichen Teil von Salina Raurica eröffnete Coop 2017 einen neuen Produktionsstandort, zu dem auch ein Werk von Chocolats Halba gehört. Weitere Unternehmen werden sich dort ansiedeln. Für den östlichen Arealteil bis zum Längi-Quartier läuft die Entwicklungsplanung Salina Raurica Ost. Mit ihrer Zonenplanung Augst-West plant die Gemeinde Augst die Entwicklung des Quartiers „Rheinlehne“ direkt am Rhein. Voraussetzung für diese Teilprojekte ist die Verkehrsanbindung von Salina Raurica. Aktuell wird bereits an der Verlegung der Kantonsstrasse vom Rheinufer in Richtung Autobahn gearbeitet. Zudem befinden sich die Pläne für die Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln nach Augst beim Landrat und beim Bund.

Die Verlängerung Tramlinie 14 basiert auf einem Landratsbeschluss und dem Spezialrichtplan Salina Raurica innerhalb des Kantonalen Richtplans (KRIP) Basel-Landschaft. Der Landrat hat diesem im Jahr 2009 zugestimmt und damit auch die Planungskredite für die Schlüsselprojekte der Arealentwicklung gut geheissen. Der Landrat hat am 14. September 2017 das Generelle Projekt und somit auch die Linienführung und die Lage der Haltestellen beschlossen.

Letztlich geht es darum, das Gebiet Salina Raurica auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV) optimal zu erschliessen und dadurch einen Beitrag zu leisten, dass sich Salina Raurica entsprechend den Vorstellungen von Kanton und Gemeinden entwickeln kann. Der Kantonale Richtplan (KRIP) Basel-Landschaft sieht für das Gebiet einen möglichst hohen ÖV-Anteil vor. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn die bestehende S-Bahn und die Buslinien durch das Tram als weiteres Angebot ergänzt werden.

Die Tramlinie schafft einen Anreiz, den öffentlichen Verkehr zu nutzen: zum Beispiel dank der guten Umsteigemöglichkeiten an der Verkehrsdrehscheibe Augst und am Bahnhof Pratteln oder durch die Haltestelle mitten im Einkaufsgebiet Grüssen. Das verlängerte Tram verbindet zudem Prattler Quartiere und Entwicklungsschwerpunkte, die heute aus unterschiedlichen Gründen räumlich voneinander getrennt sind. Darüber hinaus ist das Tram Impulsgeber und prägendes Element der Raumgestaltung. Die Umgebung der Strecke lässt sich durch zeitgemässe Strassen- und Platzgestaltungen aufwerten und bietet eine Struktur zur Optimierung der Fuss- und Velowege. Hierzu tauschen sich Kanton und Gemeinden laufend aus. In Augst und Pratteln finden in den nächsten Jahren ohnehin viele Quartierentwicklungen entlang des geplanten Tram-Trassees statt – hier lassen sich Synergien zwischen Tramprojekt und Gemeindeentwicklung nutzen.

Die Tramlinie führt teilweise durch bebautes Gebiet. Es musste ganz genau geprüft werden, wo sich das Tram in bestehende Strassen integrieren lässt, wo neue Bauten (Über- und Unterführungen, Zufahrten etc.) notwendig sind und wo es sich nicht vermeiden lässt, dass das Trassee Privatgrundstücke betrifft. Mit diesen Grundeigentümern ist der Kanton bereits in Kontakt. Herausfordernd ist die Planung auch in jenen Projektabschnitten, in denen das Tram eine Strasse beziehungsweise einen Kreisel quert.

Eine Investition in den öffentlichen Verkehr geschieht aus verkehrsplanerischen Gründen, verfolgt aber immer auch Umweltziele. Das Projekt greift in bestehende Strukturen ein, mit Auswirkungen auf das Landschafts- und Siedlungsbild sowie auf Lebensräume und die ökologischen Vernetzungen. Ein Umweltverträglichkeitsbericht zeigt diese Auswirkungen auf. Parallel dazu läuft eine sogenannte landschaftspflegerische Begleitplanung, die sich um die Siedlungs- und Landschaftsgestaltung entlang des Tram-Trassees kümmert, inklusive Massnahmen zum Ersatz oder zur Wiederherstellung betroffener Strukturen.

Wo es Gebietsentwicklung gibt, entsteht zusätzlicher Bedarf an Mobilität. Die Arbeitsplätze und Wohnungen, die in Salina Raurica entstehen werden, führen automatisch zu mehr Verkehr. Die Tramlinie wird einen Teil des zukünftigen Mehrverkehrs auffangen und heutigen Anwohnern einen besseren Zugang zum ÖV bieten.

Am 14. September 2017 hat der Landrat das Generelle Projekt und somit auch die Linienführung und die Lage der Haltestellen beschlossen. Im 2019 wurde dem Bund das Konzessionsgesuch für den Bau der neuen Infrastruktur unterbreitet. Im Jahr 2020 wird der Landrat über die Ausgabenbewilligung für das Bau- und Auflageprojekt befinden. Danach kann das Auflageprojekt erarbeitet werden. Das Plangenehmigungsverfahren für die Bewilligung des Projektes wird in den Jahren 2024 und 2025 erfolgen. Wenn keine Einsprachen gegen das Projekt erhoben wird und die Finanzierung gesichert ist, ist ein Baustart ab 2027 möglich.

Für die Planung und Realisierung des Projektes ist der Kanton Basel-Landschaft (Tiefbauamt in der Bau- und Umweltschutzdirektion), in enger Zusammenarbeit mit der Baselland Transport AG (BLT) und den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) verantwortlich. Die Bewilligungsbehörde sowohl für das Konzessionsgesuchs wie auch für die Plangenehmigung ist das Bundesamt für Verkehr (BAV). Die ganze Planung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden Pratteln und Augst sowie weiteren kantonalen Ämtern und externen Stellen. Die verlängerte Tramlinie wird – wie es bereits bei der bestehenden Tramlinie der Fall ist – ins Eigentum der BLT übergehen und von den BVB betrieben.

Es geht um eine Strecke von 3,2 Kilometern Länge die neu gebaut würde. Das lässt sich nicht „in einem Rutsch“ realisieren. Mögliche Bauabschnitte werden frühestens definiert, wenn das Bauprojekt erarbeitet wird. Dies hängt auch davon ab, wie die anderen Infrastrukturelemente (Plätze, Fussgänger- und Radwege, Zugang zu den Perrons am Bahnhof Pratteln, Trambrücke über die Autobahn etc.) geplant werden können.

Die aktuelle Kostenschätzung für die gesamte Tramverlängerung Linie 14 belaufen sich auf rund CHF 170 Mio. inkl. MwSt. (+/-20%). Darin eingerechnet sind auch die Infrastrukturanlagen und Installationen der Gemeinde Pratteln wie Fusswege, Gemeindestrassen, Bepflanzung und Beleuchtung sowie des Kantons Basel-Landschaft (Bushof an der Endhaltestelle Augst).

Bei der Verlängerung der Tramlinie handelt es sich um ein komplexes Vorhaben, bei der es eine 3,2 Kilometer lange Neubaustrecke mit Unter- und .berführungen zu erstellen und eine Vielzahl an Beteiligten, Betroffenen und Ansprüchen zu berücksichtigen gilt. Dies alles wirkt sich auf die Planungszeit aus. Die Planung und Realisierung von grossen Infrastrukturprojekten erfolgt schrittweise und nach einem klar definierten Verfahren. Mittels einer Machbarkeitsstudie wurde die Linienführung der Tramverlängerung überprüft, aufgrund der Ergebnisse gegenüber den ersten Plänen teilweise verändert und vom Landrat neu festgelegt. Nach dem Vorprojekt (grobe Planung) wird das Bauprojekt (detaillierte Planung) erarbeitet, das auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung beinhaltet. Anschliessend erfolgt das Genehmigungsverfahren für Eisenbahnanlagen unter der Leitung des Bundesamtes für Verkehr (BAV): Landerwerbsverhandlungen, die öffentliche Planauflage und im Falle von Einsprachen deren Behandlung (die je nach Beschwerde sogar zu Gerichtsentscheiden führen können). Erst wenn dies alles abgeschlossen ist, kann das Tramprojekt durch das BAV als rechtskräftig erklärt werden. Wenn auch die Finanzierung geklärt ist, kann das Ausführungsprojekt erarbeitet und die Bauunternehmer-Submission durchgeführt werden.

Der Spezialrichtplan Salina Raurica gibt der kantonalen Verwaltung den Auftrag, ein Projekt für die Tramverlängerung auszuarbeiten. Diese stellt eine optimale Ergänzung zum bestehenden ÖV-Angebot dar, schafft gute Umsteigemöglichkeiten und wird von beiden betroffenen Gemeinden begrüsst. Die kantonale Verwaltung erstellt zu diesem Tramprojekt die Planungs- und Entscheidungsgrundlagen.

Auf www.salina-raurica.ch werden die aktuellen Informationen zur Verlängerung Tramlinie 14 abgelegt. Bei wichtigen Entwicklungsschritten informiert der Kanton auch via Medien.

Es wird voraussichtlich im Jahr 2023 ein Mitwirkungsverfahren durchgeführt, an dem sich die Bevölkerung und Verbände zum Projekt äussern können. Zudem wird eine öffentliche Planauflage stattfinden, wie in einem solchen Infrastrukturprojekt üblich und auch gesetzlich vorgeschrieben ist.