Von Pratteln Bahnhof durchs Grüssen-Areal bis nach Salina Raurica und Augst

Eine Verlängerung der Tramlinie 14 verbessert die Verkehrssituation im Entwicklungsgebiet, ohne bestehende Verkehrsrouten zusätzlich zu belasten. Die Attraktivität von Salina Raurica steigt für Bewohnerinnen, Bewohner und Beschäftigte. Vom erweiterten ÖV-Angebot profitieren auch die benachbarten Quartiere – wie zum Beispiel das Grüssen-Areal oder das Längi-Quartier –, die Gemeinde Augst und die gesamte Region.

Die Tramverlängerung ist im kantonalen Richtplan als Schlüsselelement für eine gute Erschliessung von Salina Raurica aufgeführt. Mit einem attraktiven ÖV-Angebot wird es möglich, einen hohen Anteil des zukünftigen Verkaufsaufkommens in Salina Raurica über Tram und Bus aufzunehmen. Bereits 2017 hatte der Landrat der Linienführung für die rund 3,2 Kilometer lange Neubaustrecke zugestimmt.

Das Trassee verläuft von der Bahnhofstrasse unter dem Bahnhof Pratteln hindurch bis nach Augst. Auf seinem Weg durchquert das Tram das Grüssen-Areal, wo ein Quartierplatz mit Haltestelle vorgesehen ist. Auf einer Brücke, die auch Platz für einen Rad- und Fussweg bietet, überquert die Linie die Autobahn, läuft entlang der Netzibodenstrasse, durchquert einen neuen Quartierpark und biegt zur Rheinstrasse ab. An der Endhaltestelle an der Frenkendörferstrasse in Augst entsteht durch die Kombination mit einem Bushof eine Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs.

Für das Projekt werden Kosten von rund 170 Mio. CHF geschätzt. Der Kanton rechnet mit einem hohen finanziellen Beitrag des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms. Die Tramlinie wird nach dem Bau ins Eigentum der Baselland Transport AG (BLT) übergehen und von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) betrieben werden.

Aktueller Stand

Im März 2021 hat der Bundesrat die Infrastruktur-Konzession und somit die Linienführung der verlängerten Tramlinie genehmigt. Bereits im Dezember 2020 bewilligte der Landrat die Kosten für die weiteren Planungsarbeiten und den vorgezogenen Landerwerb. In dieser Vorlage «Salina Raurica, Tramverlängerung Linie 14: Ausgabenbewilligung Projektierung und vorgezogener Landerwerb» geht es um 8,5 Mio. Franken für die Projektierung, um 7 Mio. Franken für den Landerwerb und um 1,65 Mio. Franken für den Bau des provisorischen Bushofs. Gegen die Beschlüsse ist das Referendum ergriffen worden, weshalb dazu am 13. Juni 2021 eine kantonale Abstimmung erfolgt.

Weitere Informationen

Kontakt

Tiefbauamt Kanton Basel-Landschaft
Axel Mühlemann, +41 61 552 54 89, axel.muehlemann@bl.ch

Stand

Mai 2021

Die Verlängerung der Tramlinie 14 basiert auf einem Landratsbeschluss und dem Spezialrichtplan Salina Raurica innerhalb des Kantonalen Richtplans Basel-Landschaft. Der Landrat hat diesem im Jahr 2009 zugestimmt und damit auch die Planungskredite für die Schlüsselprojekte der Arealentwicklung gutgeheissen. Der Landrat hat am 14. September 2017 das Generelle Projekt und somit auch die Linienführung und die Lage der Haltestellen beschlossen.

Letztlich geht es darum, das Gebiet Salina Raurica auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV) optimal zu erschliessen und dadurch einen Beitrag zu leisten, dass sich Salina Raurica entsprechend den Vorstellungen von Kanton und Gemeinden nachhaltig entwickeln kann. Der Kantonale Richtplan Basel-Landschaft sieht für das Gebiet einen möglichst hohen ÖV-Anteil vor. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn die bestehende S-Bahn und die Buslinien durch das Tram als weiteres Angebot ergänzt werden. Die Verlängerung verbessert die Verkehrssituation auch für weitere Quartiere, wie unter anderem das Grüssen-Areal, das Längi-Quartier und die Gemeinde Augst.

Die Tramlinie schafft einen Anreiz, den öffentlichen Verkehr zu nutzen: zum Beispiel dank der guten Umsteigemöglichkeiten an der Verkehrsdrehscheibe Augst und am Bahnhof Pratteln oder durch die Haltestelle mitten im Einkaufsgebiet Grüssen. Das verlängerte Tram verbindet zudem Prattler Quartiere und Entwicklungsschwerpunkte, die heute aus unterschiedlichen Gründen räumlich voneinander getrennt sind. Darüber hinaus ist das Tram Impulsgeber und prägendes Element der Raumgestaltung. Die Umgebung der Strecke lässt sich durch zeitgemässe Strassen- und Platzgestaltungen aufwerten und bietet eine Struktur zur Optimierung der Fuss- und Velowege. Hierzu tauschen sich Kanton und Gemeinden laufend aus. In Augst und Pratteln finden in den nächsten Jahren ohnehin viele Quartierentwicklungen entlang des geplanten Tram-Trassees statt – hier lassen sich Synergien zwischen Tramprojekt und Gemeindeentwicklung nutzen.

Die Tramlinie führt teilweise durch bebautes Gebiet. Es musste ganz genau geprüft werden, wo sich das Tram in bestehende Strassen integrieren lässt, wo neue Bauten (Über- und Unterführungen, Zufahrten etc.) notwendig sind und wo es sich nicht vermeiden lässt, dass das Trassee Privatgrundstücke betrifft. Mit diesen Grundeigentümerschaften ist der Kanton längst in Kontakt. Herausfordernd ist die Planung auch in jenen Projektabschnitten, in denen das Tram eine Strasse beziehungsweise einen Kreisel quert. Hierfür sind ebenfalls effiziente Lösungen gefunden worden, die den Bedürfnissen beider Verkehrsträger gerecht werden.

Eine Investition in den öffentlichen Verkehr geschieht aus verkehrsplanerischen Gründen, verfolgt aber immer auch Umweltziele. Das Projekt greift in bestehende Strukturen ein, mit Auswirkungen auf das Landschafts- und Siedlungsbild sowie auf Lebensräume und die ökologischen Vernetzungen. Ein Umweltverträglichkeitsbericht zeigt diese Auswirkungen auf. Parallel dazu läuft eine sogenannte landschaftspflegerische Begleitplanung, die sich um die Siedlungs- und Landschaftsgestaltung entlang des Tram-Trassees kümmert, inklusive Massnahmen zum Ersatz oder zur Wiederherstellung betroffener Strukturen.

Wo es Gebietsentwicklung gibt, entsteht zusätzlicher Bedarf an Mobilität. Die Arbeitsplätze, Wohnungen und Freiräume, die in Salina Raurica entstehen werden, führen automatisch zu mehr Verkehr. Die Tramlinie wird einen Teil des zukünftigen Mehrverkehrs auffangen und heutigen Anwohnerinnen und Anwohnern einen besseren Zugang zum ÖV bieten.

Am 14. September 2017 hat der Landrat das Generelle Projekt und somit auch die Linienführung und die Lage der Haltestellen beschlossen. Im 2019 wurde dem Bund das Konzessionsgesuch für den Bau der neuen Infrastruktur unterbreitet – diese Genehmigung liegt sein März 2021 vor. Im Dezember 2020 bewilligte der Landrat die Kosten für die Erarbeitung des Bau- und Auflageprojekts, wogegen das Referendum ergriffen worden ist. Verläuft die kantonale Abstimmung am 13. Juni 2021 positiv, kann anschliessend das Auflageprojekt erarbeitet werden. Das Plangenehmigungsverfahren für die Bewilligung des Projektes wird in den Jahren 2024 und 2025 erfolgen. Wenn keine Einsprachen gegen das Projekt erhoben werden und die Finanzierung gesichert ist, ist ein Baustart ab 2027 möglich. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist für das Jahr 2031 vorgesehen.

Für die Planung und Realisierung des Projektes ist der Kanton Basel-Landschaft (Tiefbauamt in der Bau- und Umweltschutzdirektion) in enger Zusammenarbeit mit der Baselland Transport AG (BLT) und den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) verantwortlich. Die Bewilligungsbehörde sowohl für das Konzessionsgesuch wie auch für die Plangenehmigung ist das Bundesamt für Verkehr (BAV). Die ganze Planung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden Pratteln und Augst sowie weiteren kantonalen Ämtern und externen Stellen. Die verlängerte Tramlinie wird – wie es bereits bei der bestehenden Tramlinie der Fall ist – ins Eigentum der BLT übergehen und von den BVB betrieben.

Es geht um eine Strecke von 3,2 Kilometern Länge, die neu gebaut wird. Das lässt sich nicht „in einem Rutsch“ realisieren. Mögliche Bauabschnitte werden frühestens definiert, wenn das Bauprojekt erarbeitet wird. Dies hängt auch davon ab, wie die anderen Infrastrukturelemente (Plätze, Fussgänger- und Radwege, Zugang zu den Perrons am Bahnhof Pratteln, Trambrücke über die Autobahn etc.) geplant werden können.

Die aktuelle Kostenschätzung für die gesamte Tramverlängerung Linie 14 belaufen sich auf rund 170 Mio. Franken inkl. Mehrwertsteuer (+/-20 Prozent). Darin eingerechnet sind auch die Infrastrukturanlagen und Installationen der Gemeinde Pratteln wie Fusswege, Gemeindestrassen, Bepflanzung und Beleuchtung sowie des Kantons Basel-Landschaft (Bushof an der Endhaltestelle Augst).

Bei der Verlängerung der Tramlinie handelt es sich um ein komplexes Vorhaben, bei der es eine 3,2 Kilometer lange Neubaustrecke mit Unter- und Überführungen zu erstellen und eine Vielzahl an Beteiligten, Betroffenen und Ansprüchen zu berücksichtigen gilt. Dies alles wirkt sich auf die Planungszeit aus. Die Planung und Realisierung von grossen Infrastrukturprojekten erfolgen schrittweise und nach einem klar definierten Verfahren. Mittels einer Machbarkeitsstudie wurde die Linienführung der Tramverlängerung überprüft, aufgrund der Ergebnisse gegenüber den ersten Plänen teilweise verändert und vom Landrat neu festgelegt. Nach dem Vorprojekt (grobe Planung) wird das Bauprojekt (detaillierte Planung) erarbeitet, das auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung beinhaltet. Anschliessend erfolgt das Genehmigungsverfahren für Eisenbahnanlagen unter der Leitung des Bundesamtes für Verkehr (BAV): Landerwerbsverhandlungen, die öffentliche Planauflage und im Falle von Einsprachen deren Behandlung (die je nach Beschwerde sogar zu Gerichtsentscheiden führen können). Erst wenn dies alles abgeschlossen ist, kann das Tramprojekt durch das BAV als rechtskräftig erklärt werden. Wenn auch die Finanzierung geklärt ist, kann das Ausführungsprojekt erarbeitet und die Bauunternehmer-Submission durchgeführt werden.

Es wird voraussichtlich im Jahr 2023 während der Erarbeitung des Auflage- und Bauprojekts ein Mitwirkungsverfahren durchgeführt, an dem sich die Bevölkerung und Verbände zum Projekt äussern können. Zudem wird eine öffentliche Planauflage stattfinden, wie sie in einem solchen Infrastrukturprojekt üblich und auch gesetzlich vorgeschrieben ist.