Verlegung der Kantonsstrasse

Ein Schlüsselprojekt der Verkehrserschliessung von Salina Raurica ist die Verlegung der bestehenden Kantonsstrasse (Rheinstrasse). In ihrer neuen Linienführung hat sie als Rauricastrasse zur Aufgabe, den erwarteten Verkehr während und nach der Entwicklung des Areals aufzunehmen und zugleich die Verkehrsbelastung des Gebiets zu bündeln.

Seit den ersten Überlegungen zur Entwicklung von Salina Raurica stellt die verkehrliche Erschliessung eine der bedeutendsten Herausforderungen dar. Dank der beiden Autobahnanschlüsse Pratteln und Liestal ist die Erreichbarkeit auf der Strasse grundsätzlich gut, wobei ein Augenmerk auf die hohe Auslastung des Strassennetzes in diesem Raum gelegt werden muss. Die Ebene von Salina Raurica wird in ihrem Innern deshalb verstärkt auch über den öffentlichen Verkehr erschlossen werden müssen.

Die stark befahrene Kantonsstrasse entlang des Flusses trennt aktuell die Rheinebene von der Rheinböschung ab. Ein Schlüsselprojekt für Salina Raurica ist deshalb – neben der Verlängerung der Tramlinie 14 – die Verlegung dieser Verkehrsroute, was zu einem durchlässigen Raum bis ans Ufer führt. Die Neubaustrecke (Rauricastrasse) verläuft südlich des Gebiets und misst etwa 2,4 Kilometer. Sie verlässt hinter dem Produktionsbetrieb von Coop die bisherige Lage, folgt der Autobahn A2, unterquert die Kraftwerkstrasse und die SBB-Gleise und schliesst mit einem Kreisel an die Frenkendörferstrasse an. Die Kreisel «Zurlinden» und «Lohag» stellen im Areal den Anschluss an das zukünftige Strassennetz der Gemeinde Pratteln sicher.

Die Strassenverlegung erlaubt es, das Bauland optimal zu erschliessen, und entlastet die bestehenden wie auch die neu entstehenden Quartiere in Pratteln und Augst vom Durchgangsverkehr. Die Rheinstrasse wird anschliessend auf ca. 1,8 Kilometern Länge zu einer Achse für den Fuss- und Veloverkehr umgebaut. Sie wird in eine Naherholungszone eingebettet sein, da mit dem Strassenprojekt eine ökologische Aufwertung entlang der Verkehrsachsen verbunden ist. Im östlichen Abschnitt dient die Rheinstrasse weiterhin der Quartiererschliessung für alle Verkehrsarten.

Aktueller Stand

Seit Herbst 2019 laufen die Bauarbeiten für die neue Kantonsstrasse (Rauricastrasse). Ihr entlang entsteht ein ökologischer Vernetzungskorridor mit Durchlässen für Kleintiere. Im Jahr 2021 wird die SBB-Unterführung gebaut. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2022 geplant.

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Kontakt
Tiefbauamt Kanton Basel-Landschaft
Dunja Feller, + 41 61 552 44 19, dunja.feller@bl.ch

Stand

Mai 2021

Die Strassenverlegung basiert auf einem Landratsbeschluss und dem Spezialrichtplan Salina Raurica innerhalb des Kantonalen Richtplans (KRIP) BaselLandschaft. Der Landrat hat diesem im Jahr 2009 zugestimmt und damit auch die Planungskredite für die Schlüsselprojekte der Arealentwicklung gutgeheissen. Das Strassenprojekt ist seit August 2018 rechtskräftig.

Letztlich geht es darum, mit der Strassenverlegung einen Lebens- und Wirtschaftsraum zu schaffen, der es erlaubt, Salina Raurica als attraktiven Standort für Unternehmen und die Wohnbevölkerung zu entwickeln und zu nutzen. Die Strassenverlegung ermöglicht eine optimale Erschliessung und Anbindung des Entwicklungsgebiets an die Kantonsstrassen. Es handelt sich um ein Schlüsselprojekt, also eine Voraussetzung, damit die gewünschte und geplante Entwicklung mit Gewerbe, Dienstleistungen und Wohnen überhaupt stattfinden kann.

Die Emissionen (Lärm, Schadstoffe etc.) werden da gebündelt, wo sie mit Auto- und Eisenbahn ohnehin schon bestehen. Entlastet vom motorisierten Durchgangsverkehr entstehen am Rhein hochwertige Wohnlagen. Die Rheinstrasse wird zu einer Achse für den Fuss- und Veloverkehr umgestaltet, die in einer Zone der Naherholung liegt. Sowohl die Lebensqualität als auch die Wertschöpfung steigen gegenüber dem heutigen Entwicklungsstand des Gebiets an.

Das Projekt hat die Aufgabe, für Erschliessung und Anbindung zu sorgen; es geht primär um die Verkehrsinfrastruktur. Fragen der Ökologie sind aber wichtig, weil für die Zukunft und für folgende Generationen definiert werden muss, welchen Charakter ein solches grosses Areal haben soll. Parallel zur Strassenplanung wurde im Rahmen einer landschaftspflegerischen Begleitplanung untersucht und festgelegt, welche ökologischen Ausgleichs- und Aufwertungsmassnahmen erfolgen können. So werden zum Beispiel die ökologische Vernetzung des Gebiets gefördert und Durchlässe für Kleintiere unter der neuen Kantonsstrasse geschaffen.

Die Strasse selber soll keinen Mehrverkehr anziehen. Sie hat aber zur Aufgabe, den erwarteten Verkehr aufnehmen zu können. Wo es Gebietsentwicklung gibt, entsteht eine zusätzliche Nachfrage nach Mobilität. Die Arbeitsplätze und Wohnungen, die in Salina Raurica neu entstehen, führen zu mehr Verkehr. Die Infrastruktur muss vorausschauend darauf abgestimmt sein.

Wichtige Voraussetzung für den Bau der neuen Kantonsstrasse war die Auffüllung der Zurlindengrube West, die kleinere der beiden Trockenbiotope mit Grundwassertümpeln. Die Umsiedlung der dort heimischen Amphibienart (Kreuzkröten) ist bereits erfolgreich erfolgt; die Tiere haben im Gebiet Lachmatt in Muttenz einen neuen Lebensraum gefunden. Die Auffüllung ist erfolgt.

Die bestehende Rheinstrasse wird umgestaltet und zukünftig keinen bzw. in einem kleinen östlichen Streckenabschnitt nur noch wenig motorisierten Verkehr zur Quartiererschliessung bewältigen müssen. Sie wird demzufolge baulich ihrer zukünftigen Funktion angepasst. Sobald die neue Kantonsstrasse fertiggestellt und in Betrieb genommen ist, beginnen diese Arbeiten. Der längste und sich am stärksten wandelnde Abschnitt wird in Zukunft nur noch dem Fuss- und Radverkehr zur Verfügung stehen und in einen attraktiv gestalteten Naherholungsraum eingebettet sein. Der östliche Teil der Strasse wird der Quartiererschliessung und dem öffentlichen Verkehr dienen.

Seit August 2018 ist das Projekt rechtskräftig. Im ersten Quartal 2019 wurde das Submissionsverfahren mit der Ausschreibung der Baumeisterarbeiten im Amtsblatt des Kantons BaselLandschaft eröffnet. Im September 2019 haben die Bauarbeiten (Vorarbeiten) begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2022 geplant, gleichbedeutend mit dem Beginn der Umgestaltung der bestehenden Rheinstrasse.

Die Radroute bleibt grundsätzlich offen. Zum Zeitpunkt des Baus der Unterführung SBB wird die Radroute über einen provisorischen Steg geführt (Unterbrechung Giebenacherstrasse).

Der Robispielplatz bleibt während der ganzen Bauzeit in Betrieb. Im Herbst 2019 musste aber ein Teil des Robispielplatzes zugunsten der Installation Unterführung SBB temporär zurückgebaut werden.

Die Salzbohrtürme werden, in Absprache mit den Rheinsalinen und der Denkmalpflege, an einen neuen Standort entlang der verlegten Kantonsstrasse verschoben.

Ein grosser Teil der Bauarbeiten findet ausserhalb bebauter Gebiete statt. Bautätigkeiten bringen aber immer Unannehmlichkeiten mit sich. Die Lärmbelastungen und die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte werden durch eine Umweltbaubegleitung überwacht.

Die zeitlichen Rahmenbedingungen seitens der Bauherrschaft sind so vorgegeben, dass die Arbeiten in der Regel tagsüber und während der normalen Arbeitstage unter der Woche erfolgen können. Eine Ausnahme bilden die Arbeiten bei der Unterführung SBB, welche im Gleisbereich stattfinden. Diese müssen aus betriebstechnischen Gründen in der Nacht oder an Wochenenden durchgeführt werden.

Einschränkungenbei den Liegenschaftserschliessungen wird es aus heutiger Sicht keine geben. Ansonsten wird die örtliche Bauleitung mit Steckzetteln oder im direkten Gespräch rechtzeitig orientieren.

Soweit möglich bleiben die bestehenden Flurwege zugänglich.